Null CO2 – Von der Vision zur Wirklichkeit

8. Juli 2026

Fernwärme und -kälte aus Seewassernutzung: CO2-neutrales Energiekonzept in Bregenz
Schon seit geraumer Zeit verfolgt die Generali Real Esate (GRE) Austria konsequent das Ziel, ihre Standorte CO2-neutral zu betreiben. Vom branchenweit führenden Echtzeit-Monitoring der Energieverbräuche über den ausschließlichen Bezug von grünem Strom bis hin zum konsequenten Ausbau der Photovoltaik im Bestand ist bis heute schon viel erreicht worden. Da kam eine Initiative der Stadtwerke Bregenz gerade recht, die als Vorreiter in Österreich eine regenerative Fernwärme-Versorgung durch die Nutzung von Wasser aus dem Bodensee anbietet. Die Landeshauptstadt Bregenz ist mit Hallenbad und Festspielhaus bereits an dieses System angeschlossen. Nun folgt die Generali mit Bestandsobjekten in der Bregenzer Quellenstraße – und schlägt damit abermals ein neues Kapitel auf.

 

 

Stadtwerke Bregenz als Impulsgeber
Der Anstoß für die technisch originelle Lösung, das Wärmedelta, also den Temperaturunterschied, von Seewasser für eine Wärmepumpen-Lösung im großen Stil zu nutzen, kam von den Stadtwerken Bregenz. Bei der Suche nach potenziellen Zielkunden fand sich ein besonders passendes Objekt auch im GRE-Portfolio: Ein Mixed-Use-Gebäudeensemble aus den 90er-Jahren mit circa 4.300 m2 Mietfläche und zentraler Wärme-Kälteversorgung, die zur technischen Revision anstand. In enger Zusammenarbeit und nach einem Projektierungsvorlauf seit Frühjahr 2025 wurden die Umbauarbeiten nun begonnen. Bis Mitte 2027 soll die Umstellung des Gebäude-Komplexes von der aktuellen Gasversorgung auf nachhaltige Seewasser-Fernwärme und -kühlung abgeschlossen sein.

 

 

Nutzung des Bodensees als Solarenergie-Speicher
Aber wie funktioniert eine Seewasser-Wärmepumpe überhaupt? Grob gesagt: Durch Nutzung der Temperaturdifferenz zwischen den oberen und den tieferen Wasserschichten des Bodensees. Jede Saison steigen die Temperaturen in den oberen Wasserschichten von circa 6 Grad im Winter auf 20-25 Grad im Sommer. Die so gespeicherte Sonnenenergie des Oberflächenwasser wird über Wärmetauscher nutzbar gemacht, indem sie in einen externen Kreislauf eingespeist wird. Das abgekühlte Seewasser wird dann in größerer Tiefe an den See „zurückgegeben“ (Schema-Skizze). Genau umgekehrt wird das Temperaturdelta der Seewasser-Schichten zur Kühlung nutzbar gemacht, d. h. ebenfalls über Wärmetauscher.

Rein rechnerisch könnten bei der riesigen Bodensee-Fläche von circa 500 km2 tatsächlich alle Anrainer mit Wärme versorgt werden – und die Temperatur des Sees würde um lediglich 0,2 Grad absinken.
In der Praxis liegt der Abkühlungswert des Wassers im See nicht im signifikanten Bereich, so dass die Seewassernutzung nicht nur voll regenerativ, sondern auch als ökologisch neutral gilt. Dies zeigen auch Erfahrungen aus der Schweiz. Dort wird im Genfersee, Zürichsee und Vierwaldstättersee die gleiche Technologie teilweise schon seit Jahrzehnten zuverlässig und erfolgreich eingesetzt.

Photovoltaik-Ergänzung zur Eigennutzung für Null CO2-Emission
Für die GRE-Liegenschaften in der Quellenstraße ist der Anschluss an die CO2-neutrale Seewasser-Fernwärme aber nur ein Teil eines umfangreichen Projektes. Im Zuge der energetischen Umgestaltung werden zusätzlich auch eigengenutzte PV-Anlagen installiert, die das vorgewärmte Wasser mittels eigener Wärmepumpen auf die endgültige Betriebstemperatur bringen. Außerdem wird auch die umfangreiche Kühlungs- und Lüftungstechnik teilweise komplett ausgetauscht und rundum auf den neuesten Stand der Technik gebracht – bis hin zu smarten Zählern.

 

 

Wolfgang Hufnagl, baulicher Projektleiter seitens GRE: „In der Quellenstraße gelingt uns eine ideale Verbindung aus Wirtschaftlichkeit, Langlebigkeit und Ökologie, die alle Beteiligten wirklich stolz auf das gemeinsam Erreichte macht.“ GRE Asset Manager Bernhard Mauritz: „Die Quellenstraße ist für mich ein Vorzeigeprojekt dafür, wie wir durch nachhaltiges Optimieren im Bestand zugleich Wert für uns und – über niedrige Betriebskosten und grüne Energie – auch Mehrwert für die Mieter schaffen können.“

Generali Real Estate S.p.A.
Zweigniederlassung Österreich
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